第四个故事:现代版,传统情节,惊悚结局
Eigensinn
Jürgen LodemannDa war einmal in einer großen Stadt einer, den nannten sie Wolfus. Morgens vor der Schule legte die Mutter ihm warme Sachen zum Anziehn vor sein Bett und schmierte ihm Leberwurstbrote. Einmal stand Wolfus, während die Mutter die Brote schmierte, vor dem Spiegel und versuchte, sich seine Haare mit Gummibändchen zu Büschen aufzurichten., so daß sie ihm wie Pinselchen vom Kopf abstanden. Als die Mutter das sah, rief sie: ‚Aber Wolfdietrich, das geht nicht! So gehst du mir nicht zur Schule. Sofort kämmst du dich ordentlich!’
Da zog sich Wolfus seine Monteurshose an, warf sich die Lederjacke über, nahm den Beutel mit den Schulsachen und lief aus dem Haus. ‚Aber Wolfdietrich, das geht nich!’ rief ihm seine Mutter aus der Haustür nach. ‚du mußt etwas essen!’—‚Du machst mich krank’, sagte Wolfus. Aber die Mutter hörte es nicht.
In der Schule mochten sie den Wolfus, nur der Hauptlehrer klagte: ‚Wolfdietrich, wie du wieder aussiehst! Sofort gehst du zu einem Friseur!’
Da sagte Wolfus: ‚Jawohl, Herr Hauptlehrer!’ und ging aus der Klasse und aus dem Schulhaus und ging so lange, bis er zu einem Friseur kam. Von dem ließ er sich alle Harre abschneiden, alle, bis auf einen schmalen Streifen in der Mitte, der reichte ihm von der Stirn bis in den Nacken und sah aus wie eine Klobürst.
Diesen Streifen wollte er sich rosa färben lassen und violett. ‚Aber Wolfdietrich’, sagte der Friseur, ‚das geht nicht. Was werden deine Mutter und dein Lehrer sagen.’—‚Mir egal’, sagte Wolfus, ‚die machen mich krank. Außerdem trägt auch miene Mutter violette Hüte und rosa Seidentücher.’
Da färbte ihm der Friseur den Haarstreifen vorn violett und hinten rosa. Als Wolfus nach Hause kam, rief seine Mutter: ‚Aber Wolfdietrich! Das geht nich! Das ist unmöglich!’—‚Du machst mich krank’, antwortete Wolfus, setzt sich aber an den Tisch, um die Suppe zu essen. Da setzte sich die Mutter neben ihrer Wolfdietrich an den Tisch und schluchzte leise, bis Wolfus nichts mehr mochte. Er stand auf und wollte in sein Zimmer gehen. ‚Wolfdietrich’, sagte die Mutter, ‚das geht nicht. Du mußt was essen.’—‚Du machst mich krank’, antwortete Wolfus und ging sein Zimmer.
Kaum hatte er sich auf sein Bett gelegt, stand die Mutter in die Tür und rief: ‚Wolfdietrich, das geht nich! Wie oft muß ich dir sagen, daß du in den Drecksachen nicht auf dem Bett liegen sollst.’ Da stand Wolfus auf und ließ sich neben dem Bett in den Sessel fallen, den er sich aus dem Sperrmüll geholt hatte.
Da fragte ihn die Mutter: ‚Hast du denn gar keine Schulaufgaben?’—‚Der Hauptlehrer hat mir aufgegeben, zum Friseur zu gehen, das habe ich getan’, antwortete Wolfus und schaltete seine Stereoanlage ein. In den Lärm hinein rief seine Mutter: ‚Wolfdietrich! Das geht nich! Es ist Mittagszeit. Die Nachbarn holen wieder die Polizei.’
Da murmelte Wolfus: ‚Du machst mich krank’, schaltete aber das Gerät aus. Nun lächelte die Mutter. ‚Siehst du’, sagte sie, ‚auch du wirst schon noch ordentlich werden. Ich will jetzt mit deinem Hauptlehrer telefonieren und ihn fragen, was er euch aufgeben hat.’
Als die Mutter mit dem Zettel, auf den sie die Aufgaben geschrieben hatte, wieder in das Zimmer kam, war Wolfus nicht da. Auf seinem Tisch lag sein Mathematikheft, das war aufgeschlagen, und die Mutter las: ‚Du machst mich krank. Tschüß, Wolfus’. Das geht nicht, Wolfdietrich, dachte die Mutter. Du wirst mir doch keinen Kummer machen. Sicher ist er zu seinen Cousinen gelaufen. Ich will wieder mit dem Hauptlehrer telefonieren.
Wolfus war durch die Gärten in den Wlad hineingelaufen und hatte, nachdem er bis zum Abend immerzu gegangen war, die Hütte erreicht, die sich seine Cousinen Michaela und Barbara eingerichtet hatten. Als er dort ankam, arbeiteten sie gerade im Garten und häufelten die Erde bei den Kartoffeln. Als sie Wolfus sahen, liefen sie ihm entgegen und freuten sich.
‚Mit dieser Frisur’, sagten sie, ‚Mögen wir dich. Wir dachten schon, du bleibst ein Muttersöhnchen.’
Wolfus fragte, ob er bei ihnen eine Weile wohnen könnte. Da schauten sie sich an. Und Michaela, die ältere, antwortete: ‚Eigentlich wollten wir hier nie einen Mann wohnen lassen. Wir glauben nämlich, daß alles, was in der Welt schlecht ist, von den Männern herkommt.’
‚Ach’, sagte Wolfus, ‚ich kenne eine Frau, die hat wohl auch für schlechtes gesorgt. Mich jedenfalls macht sie krank.’ Da sagte Michaela: ‚Gut, wir wollen es mit dir probieren. Du mußt uns aber helfen, mußt den Brunnen tiefer graben, damit wir eigenes Wasser bekommen, und mußt Holz holen und hacken und alles tun, was wir brauchen.’—‚Ich helfen gern, wenn ich nur einsehe, wozu es gut ist’, sagte Wolfus und wollte sich gleich an die Arbeit machen. Da meinten die Cousinen, für heute sei es zu spät, jetzt sollten sie in die Hütte gehen und miteinander reden.
Wie sie so im Dunkeln beisammensaßen und das Kaminfeuer Wärme strahlte, wie sie den guten Tee tranken, selbstgebackenes aßen und wie sie anfingen, über die Eltern zu reden, da schien plötzlich ein Licht taghell durch die Fenster, und sie hörten eine Stimme.
Die kam aus einer elektrischen Flüstertüte und befahl: ‚Wolfdietrich! Weglaufen geht nicht! Hier spricht dein Hauptlehrer. Eure Hütte ist umstellt. Im Namen deiner Mutter—gib auf! Und komm heraus!’
Da ist Wolfus blaß geworden und langsam aufgestanden. Er ist ans Fenster gegangen und hat hinausgesehen in das Licht. Dann ist er zurückgekommen und hat aus dem Feuer ein langes brennendes Scheit genommen. Und ist mit dem hinausgegangen aus der Hütte. Ist draußen bis vor den Polizeiwagen gegangen, wo er das glühende Holz dem Mann mit der Flüstertüte über den Kopf hat schlagen wollen.
Da hat ihn ein Schuß getroffen, daß er auf die Erde fiel, zwischen die Kartoffeln und Pfefferminzstäucher, und hat geröchelt und lebte noch. Da sah er, wie seine Mutter sich über ihn beugte und wie sie den Hut trug und das Seidentuch, und sie schluchzte und schrie: ‚Mein Wolfdietrich! Aber geht doch nich!’
Da hat er das glimmende Scheit nochmal gehoben, und es hat ausgesehen, als wolle es seine Mutter schlagen, aber der Arm ist zurückgefallen, und er ist gestorben.
Als Wolfus begraben war, ließ seine Mutter, einen Stein auf sein Grab setzen, auf dem standen die Worte: ‚Hier ruht mein Wolfdietrich’.
Am anderen Tag aber waren die Worte mit Holzkohle durchgestrichen. Und auch am nächsten Tag. Und statt dessen war immer das Wort ‚Wolfus’ auf den Stein geschrieben. Das schwarze Holzscheit, mit dem die Buchstaben gemacht waren, hat jedesmal in der Graberde gesteckt.
Sooft der Friedhofaufseher das Holz entfernt und sooft die Mutter den Stein gründlich gesäubert hat, spätestens nach drei Tagen erschien wieder die Schrift und stak das Scheit in der Erde. Und wurde jedesmal viel darüber geredet.
Bis die Mutter die Grabstelle verkauft hat und in eine andere Stadt gezogen ist.
叛逆
从前在一个大城市里,有一个孩子叫沃尔夫迪特里西,但朋友们都叫他沃尔夫斯。每天早上沃尔夫斯去上学之前,妈妈都会把暖暖和和的衣服放在他床前,帮他在面包上涂黄油,他一收拾好就可以吃。一天沃尔夫斯起床了,站在镜子前面,想把头发用橡皮筋扎成一捆,竖在头上,弄成一个刷子的样子。他妈妈正在旁边给他往面包上涂黄油,扭头看见,马上叫起来:“沃尔夫迪特里西,不许这样!不许这个样子去学校。马上给我把头发梳整齐了!”
沃尔夫斯却套上他的牛仔裤,穿上皮夹克,拿起书包就走。妈妈追出家门,在后面喊:“沃尔夫迪特里西,不许这样!你得吃点东西才行!”沃尔夫斯说:“烦死了!”可妈妈没听见。
到了学校,大家都对沃尔夫斯没话说,就班主任抱怨起来,说:“沃尔夫迪特里西,你这又是什么样子,马上去理发师那给剃掉!”
沃尔夫斯马上回答:“好的,先生!”就走出教室,到了学校外面,一直走到一家理发店,让理发师把他的头发全剃掉,只留中间从前额延伸到后颈的窄窄一条,像一条。
沃尔夫斯又让理发师把这片头发染成粉色和紫色。理发师说:“可是沃尔夫迪特里西,这样不行吧,你妈妈和你班主任会怎么说呢。”沃尔夫斯回答:“我才不管呢。他们都烦死我了。再说了,我妈妈也戴紫色帽子,用粉红色丝手绢。”
于是理发师就给沃尔夫斯前面染成紫色,后面染成红色。他这样子一回到家,妈妈就大叫起来:“沃尔夫迪特里西,不许这样!这绝对不行!”沃尔夫斯回答:“烦死了。”就坐在餐桌前喝起汤来。妈妈坐到沃尔夫斯身边,小声啜泣起来,弄得沃尔夫斯食欲全无,站起来要进房间。妈妈又说:“沃尔夫迪特里西,你这样不行。你得吃点东西才行。”沃尔夫斯说:“烦死了!”就进了房间。
沃尔夫斯刚躺到床上,妈妈就在门边叫起来:“沃尔夫迪特里西,不许这样!我跟你说过多少次了,不许穿着脏衣服躺床上。”
沃尔夫斯一语不发,站起来往床边的沙发上一躺,这沙发是他从别人丢的垃圾里拣回来的。
妈妈又问:“你怎么没有家庭作业吗?”沃尔夫斯回答:“班主任给我的作业就是去理发,我已经做好了。”又把组合音响打开,声音震耳欲聋。妈妈大叫起来:“沃尔夫特里西!不许这样!现在是中午时间,又会有邻居叫警察来了!”
沃尔夫斯嘟哝着:“烦死了。”但还是把音响关掉了。妈妈微笑了,说:“不错,这样才乖。你还要记着把头发弄整齐。我现在去给你班主任打电话,问他给你们布置了什么家庭作业。”
过一会妈妈拿着记了家庭作业的纸条进来,沃尔夫斯已经不在房里了,凳子上放着他的数学练习本,是打开的。妈妈拿起来读:“你让我烦透了。再见。沃尔夫斯”。这样可不行,沃尔斯特里西,妈妈想,你这样可不会让我着急上火,嗯,他肯定是去他两个表姐那了。我再来给班主任打个电话。
沃尔夫斯跑过一个个花园,进了树林,一直到快天黑,才到了表姐们的小屋。这个小屋是他两个表姐自己造的,沃尔夫斯到的时候,她们正在园子里,翻土豆地。她们看到沃尔夫斯来了,就很高兴地朝他跑过去。
她们说:“你这个样子才让我们喜欢哪。我们还以为,你要一直做妈妈的小宝贝儿呢。”
沃尔夫斯问能不能和她们住一段时间。她们面面相觑,最后大一点的米夏埃拉说:“我们怕是不想让男人住进来的,我们觉得,这世界上不管有什么坏事情,都和男人脱不了干系。”
沃尔夫斯说:“啊哈,你们这么想吗?我倒是知道一个女人,也很会做讨人厌的事。反正我是给她烦透了。”这么一来米夏埃拉就说:“好,那我们就和你一起试验试验。不过你要住在这,可得帮我们的忙。你要把我们打水喝的井挖得再深一点,还要砍柴劈柴;总之我们有什么事要做,你就得做什么事。”沃尔夫斯回答说:“只要我知道自己做的事有什么用处,我很乐意帮忙。”他还想马上就开始干这些事,但表姐们说现在太晚了,该进屋休息聊天了。
他们进了屋,没点灯,就把壁炉的火烧得旺旺的,在上面烧了水泡上茶,再自己烤了东西吃,坐在一起开始聊起来各自的父母。就在这时,窗外突然射进一束光,把屋子里照得白昼一样,接着响起了一个声音。
声音是从一个扩音器里传出来的,它命令道:“沃尔夫迪特里西!逃跑是没用的!这是你的班主任在说话。你们的屋子已经给包围了。以你母亲的名义,我们命令你放弃计划,马上出来!”
沃尔夫斯脸变得煞白,慢慢站了起来。他走到窗前,顺着光往外看了看,又走回到壁炉前,抽出一根烧着的长木柴,拿着它走出门,走到警车前,要把这根烧着的木柴扔到脑袋上扣着扩音器的男人头上。
突然,一颗子弹射中了沃尔夫斯,他倒到了地上,摔在土豆地和薄荷丛中间,痛苦地喘起气来,但还活着。他恍恍惚惚地看见妈妈朝他弯下腰,头上还戴着帽子,手里捏着丝手绢,哭着喊:“我的沃尔夫迪特里西,这样怎么行呢!”
他又把烧着的木柴举了起来,看起来像是要打他妈妈,但手臂垂了下去,沃尔夫斯死了。
沃尔夫斯下葬后,妈妈让人竖了一个墓碑,上面刻着:“此处安息着我的沃尔夫迪特里西”。
然而第二天这些字就给人用木炭给涂掉了。再第二天还是这样。取而代之的只有“沃尔夫斯”四个字。用来写这几个字的黑柴头,每次都插在坟墓上。
无论守墓人把柴头拿走多少次,无论沃尔夫斯的妈妈把墓碑洗得多干净,最多三天,三天以后墓碑上就还是“沃尔夫斯”几个字,柴头也插在坟墓上。每次都引得城里议论纷纷。
一直到沃尔夫斯的妈妈卖掉了这片墓地,搬到了另一个城市。